Isla de Ometepe - Hotel Praktikum Teil 6

Nachdem unsere Anreise zur Isla de Ometepe etwas anstrengend und stressig verlaufen ist, waren wir froh nun endlich angekommen zu sein und wir freuten uns riesig darauf die Insel in den folgenden Tagen zu erkunden.

Am F√§hrenanleger wurden wir von einem ‚ÄěChauffeur‚Äú erwartet, welcher uns mit einem kleinen Tuk Tuk zu unserer Unterkunft brachte. Wir hatten uns ein Zimmer in Moyogalpa, einer der beiden St√§dte der Insel, gebucht. Die Stra√üen Moyogalpas waren wirklich liebevoll mit kleinen F√§hnchen geschm√ľckt, die Atmosph√§re war total gem√ľtlich und auch das Wetter war ideal. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machten wir uns aber gleich auf Nahrungssuche da wir beide einen B√§renhunger hatten. Beim durchschlendern der Gassen entdeckten wir eine Pizzeria. Der Gedanke an Pizza war wirklich verlockend vor allem, da es in den vorherigen Tagen meist nur Reis, Bohnen und Kochbananen gab. Diese Gelegenheit lie√üen wir uns nat√ľrlich nicht entgehen und au√üerdem gibt es doch nichts sch√∂neres, als den Abend bei einer richtig leckeren Pizza ausklingen zu lassen.

Bullenhaie ‚Äď P√§rchenegel ‚Äď F√§kalien

Den n√§chsten Morgen lie√üen wir gem√ľtlich angehen. Da wir eine K√ľche zur Verf√ľgung hatten, konnten wir im Supermarkt einkaufen und seit langem wieder mal selber kochen. Und das Beste: Es gab eine Waschmaschine UND sogar einen Trockner, welch ein Luxus! Zu unserem Gl√ľck ‚Äď denn lange h√§tte es unsere immer stinkiger und muffiger werdende W√§sche wohl nicht mehr mitgemacht. Nachmittags brannte die Sonne herunter und wir hatten eigentlich vor irgendwo baden zu gehen. Die Betonung liegt auf eigentlich ‚Äď Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns noch nicht √ľber die Horrorgeschichten des Nicaraguasees informiert! Bei unserer vorherigen Reise in Costa Rica hatten wir bereits aufgeschnappt, dass es in dem Nicaraguasee Haie geben soll - Wir dachten jedoch, dass das reine Verarsche oder Spa√ü war. Kurz bevor wir dann losstarten wollten habe ich spa√ühalber gesagt wir k√∂nnten ja googeln, was alles in den Tiefen des Gew√§ssers lauert. Das machten wir dann auch und wir waren emp√∂rt: Bullenhaie - riesige aggressive S√ľ√üwasserhaie, welche an den Unfern lauern sollten, also doch keine Verarsche! Aber das war noch nicht alles, neben den Haien treiben sich auch sogenannte ‚ÄöP√§rchenegel‚Äė rum, welche in die K√∂rper dringen, dort Eier ablegen und wei√ü Gott welch m√∂gliche Sch√§den verursachen. Was f√ľr eine ekelhafte Vorstellung. Und neben den angsteinfl√∂√üenden Tieren werden √ľbrigens auch Unmengen an F√§kalien in den Nicaraguasee geleitet. Nein danke, auf dieses Badevergn√ľgen k√∂nnen wir verzichten. Wir machten uns dann lieber einen gem√ľtlichen Tag in der Stadt, gingen Kaffee trinken, Souvenirs einkaufen etc.

Rollertour oder Pferdchen reiten?

Eigentlich hatten wir es uns ja fest vorgenommen w√§hrend der Reise einmal reiten zu gehen. Und da wir es in Costa Rica schon nicht geschafft hatten, wollten wir es eben in Nicaragua machen, auf der Insel werden ja unz√§hlige Reittouren angeboten. Unsere Freude hielt sich jedoch in Grenzen als wir die ganzen unterern√§hrten und knochend√ľrren Pferde sahen, welche f√ľr die Reitausfl√ľge zur Verf√ľgung gestellt werden. Wie sollen die uns tragen, das grenzt ja schon an Tierqu√§lerei. Und aus diesem Grund haben wir uns auch gegen einen Ausritt und stattdessen f√ľr etwas viel cooleres entschieden: Eine Rollertour! Mit zwei Rollern hatten wir dann den ganzen Tag Zeit, die Insel auf eigene Faust zu erkunden und es war ein riesen Spa√ü! Die Landschaft und vor allem der st√§ndige Blick auf die beiden Vulkane waren wirklich beeindruckend und zudem waren die Stra√üenverh√§ltnisse optimal und man konnte √ľberall hinfahren. Nichtsdestotrotz kamen nicht nur positive Dinge zum Vorschein. Die Armut in Nicaragua ist wirklich schlimmer als erwartet, viele Bewohner im Landesinneren der Insel leben ohne Strom, ohne Wasser, ohne Fenster und T√ľren. Kinder betteln um Geld und um Essen. Menschen gehen zum Duschen in Fl√ľsse. Ehrlich gesagt nahm uns das ganze schon ziemlich mit, vor allem da wir nicht darauf gefasst waren dass es so krass sein w√ľrde. Klar wussten wir, dass Nicaragua ein √§rmlicheres Land als Costa Rica ist aber so ein riesen Unterschied? Das √∂ffnet einem so richtig die Augen und man realisiert erst so richtig, wie sehr man das eigene Leben sch√§tzen kann und wie gut es einem eigentlich geht.

Unsere Zeit auf der Isla de Ometepe ist rasend schnell vergangen und auch wenn es wirklich spannend und vor allem lehrreich war, freuten wir uns schon wieder auf Costa Rica. Dort ging es dann zuerst nochmal an das Meer, nachdem es ja mit dem baden im See nichts wurde. Gerne könnt ihr auch Hotel Praktikum Teil 1, Hotel Praktikum Teil 2, Hotel Praktikum Teil 3, Hotel Praktikum Teil 4 und Hotel Praktikum Teil 5 nachlesen. Fortsetzung folgt.